Freitag, 3. November 2017

Wartung der Zehnder ComfoAir Q350 TR

Meinung / DIY

Innenansicht der  Zehnder ComfoAir Q350 TR
Im August 2016 hatte ich meine alte Lüftungsanlage in Rente geschickt und mir die neue Zehnder ComfoAir Q350 TR eingebaut. Bald darauf gönnte ich mir ein Upgrade mit dem ComfoConnect LAN C Modul und berichtete davon. Mit der ComfoAir kam ich auch in den Genuss der Feuchterückgewinnung, was gerade im Winter als besonders vorteilhaft zu bezeichnen ist. Wie ich bereits am Ende meines Beitrags zum Umbau geschrieben hatte: "Regelmäßige Wartung gehört, wie auch bei jedem anderen technischen Gerät, zum Betrieb. Dazu gehört regelmäßiges Reinigen der Anlage und ihrer Teile und ein bedarfsgerechter Filterwechsel." Ich zeigte, wie ich mir die Zuluftfilter selbst mache und - ganz wichtig - den Wechsel der Filter im Abluftstrang. Die ComfoAir Q350 TR habe ich jetzt seit weit mehr als einem Jahr im Dauerbetrieb. Bei der Vorgängeranlage hatte ich mindestens einmal pro Jahr das Gerät gereinigt. Hierbei waren besonders die Lüfterschaufeln verschmutzt und auch der Wärmetauscher hatte in dieser Zeit ein wenig Schmutz angesetzt. Da wird es aus meiner Sicht Zeit für eine erste Wartung des neuen Lüftungsgerätes, obwohl Zehnder selbst hier einen zwei jährigen Turnus vorsieht.



Wartung für den Benutzer

Das Bedienhandbuch der ComfoAir sieht als Wartungsarbeiten am Gerät selbst für den Benutzer lediglich den Filterwechsel vor. Ferner wird angegeben, die Ventile im Haus mindesten alle 6 Monate zu reinigen. Die Filter überprüfe bzw. wechsle ich üblicherweise alle 3 Monate und dabei werden auch gleich die Tellerventile gereinigt. Den Filter des Ansaugturms ersetze ich etwa alle 6 Monate und dabei wird auch der Edelstahlturm selbst grob vom Schmutz befreit. All dies hatte ich in entsprechenden Beiträgen schon beschrieben. Zur Gerätewartung selbst schweigt sich die Bedienungsanleitung leider aus. Um dazu mehr zu erfahren, muss man sich an das Monteurhandbuch machen. Dies zeigt die Wartungsarbeiten und die dazu notwendigen Schritte. Halbwegs geübte Heimwerker, vor allem solche, die die Anlage selbst in Betrieb nehmen konnten, sollten auch die Wartung selbst schaffen.

1. Vorbereitung der Wartung

Als allerersten Schritt sieht die Anleitung vor, die Lüftung in den Wartungsmodus zu versetzen, welches mit über die App nicht möglich war. Ich entschied mich daher für Modus "Filterwechsel". Dieser hält die Lüftermotoren an. Ob die Bypassklappen dabei bewegt werden, habe ich nicht kontrolliert, aber sie blockierten hinterher nicht die Entnahme des Wärmetauschers. Das Gerätegehäuse lässt sich durch Lösen dreier Schrauben bewerkstelligen. Alle befinden sich hinter der dunklen Blende und die Position von Zweien sind offensichtlich. Die dritte Schraube befindet sich im Einschubschacht für die Bedienungsanleitung. Voilà, schon konnte ich loslegen.
Wie sich am Titelbild erkennen lässt, so lässt sich kaum Staub oder Verschmutzungen im Lüftungsgerät erkennen.

2. Wärmetauscher reinigen

Um freie Sicht auf das Gerät zu erhalten, und auch um den Wärmetauscher zu reinigen, muss dieser entnommen werden. Es wird mehrfach auf Bildern und in den Anleitungen darauf hingewiesen, die Tauscherrippen nicht zu berühren. Ob der Grund in möglichen Beschädigungen liegt, oder ob Fett von den Handflächen dort etwas kaputt machen könnte, kann ich nicht beurteilen. Bei der Vorgängerlüftung kann ich mich an eine solche Vorsichtsmaßnahme nicht erinnern. Das schwarze Band um den Wärmetauscher dient der Entnahme und auch hier ist mehrfach der deutliche Hinweis vorhanden dieses nicht durchzuschneiden.
Tauscherplatten des Wärmetauschers vor der Reinigung
Wärmetauscher vor Reinigung
Obiges Bild zeigt den Wärmetauscher an der Stelle, an der im Betrieb die Abluft aus dem Haus einströmt. Grundsätzlich ist an dieser Stelle mit der stärksten Verunreinigung zu rechnen. Bei der hier dargestellten Auflösung lässt sich kein Schmutz erkennen. Ich kann aber sagen, dass vereinzelt Fussel zu finden waren, welche aber im Bild unsichtbar bleiben. Da ich den Wärmetauscher nun schon einmal entnommen hatte, wurde er auch gereinigt; selbst wenn es sich lediglich um ein paar Fussel handelte.
Wärmetauscher: Hinweise zu Transport und Reinigung
Wärmetauscher: Hinweise zu Transport und Reinigung
Neben dem Hinweis, die Tauscherplatten nicht zu berühren, findet sich auch die Anweisung, die Reinigung nur mit Wasser vorzunehmen. Auch im Monteurhandbuch steht, dass man keinesfalls aggressiven Reiniger oder Lösungsmittel anwenden darf. Ich betreibe jetzt seit 13 Jahren eine Lüftungsanlage und habe den Wärmetauscher i. d. R. jährlich gereinigt. Ich kann versichern, dass ich niemals derartigen Schutz dort gehabt hätte, dass ich auch nur auf die Idee gekommen wäre, etwas anderes als Wasser zu verwenden. Warmes Wasser reicht absolut aus um das bisschen Staub zu entfernen, dass sich während des Betriebs angesetzt haben könnte. Einen regelmäßigen Filterwechsel setze ich hier zwingend voraus. Die Reinigung selbst nehme ich im Waschraum vor. Hier kann ich mit dem Wasserschlauch zielgerichtet in dem Wärmetauscher sprühen. Es war zwar nie so beschrieben, aber ich spüle entgegen der Luftströmrichtung. Ich habe das Gefühl, möglicherweise vorhandenen Schmutz, nicht noch fester in den Wärmetauscher zu pressen. Ob dieses Vorgehen wirklich hilfreich ist, weiß ich nicht. Falsch sollte es keineswegs sein. Beim Spülen verzichte ich auf einen harten Wasserstrahl, um den Wärmetauscher nicht zu beschädigen. Allein schon, weil man dabei selbst ein wenig Wasser abbekommen kann, empfiehlt sich lauwarmes bis warmes Wasser. Zehnder gibt eine Maximaltemperatur von 40 °C an und heißer will man es sicher nicht haben.
Eine irgendwie dreckige Brühe hat es in den ganzen Jahren noch nie aus dem Wärmetauscher gespült. Gefühlt war das Wasser immer blitzblank sauber. Aber die Wartung der Anlagen sieht die Reinigung des Wärmetauschers vor und vielleicht spült sich dabei ein wenig Staub heraus, den man mit der Lupe finden würde. Neben der Erfüllung der Wartungsempfehlungen, habe ich danach auch immer ein ruhiges Gewissen, schließlich erzählen die Lüftungsgegner immer, wie dreckig so eine Anlage ist.

3. Gehäuse reinigen

Das mag lächerlich klingen, aber das sieht Zehnder wirklich vor. Ich muss sagen, dass mein Lüftungsgerät von außer schmutziger ist, als von innen. Bei der alten Anlage hat sich innen auf der Dämmung der Anlage schon einiges an Staub angesammelt und ich habe dies auch jährlich mit Essigwasser gereinigt. Bei der Zehner ComfoAir Q350 konnte ich aber trotz gründlicher Suche keinen Staub im Inneren finden. Auf die Kontrolle mit einem weißen Handschuh habe ich verzichtet, aber ich habe mit der sauberen Hand über einige Stelle gewischt. Da ich wirklich nichts finden konnte, habe ich mir ein Auswischen in diesem Jahr gespart.

4. Kontrolle der Ventilatoren

Ja, ich bin doch noch fündig geworden! An den Schaufeln des Abluftventilators fand sich endlich ein hauchdünner heller Staubschleier.
Schaufelblätter des Abluftventilator und Schutzgitter auf grauem Kunststoff
Der Abluftventilator zeigt leichte Verschmutzungen
Sichtbar konnte ich ihn erst dadurch machen, dass ich einen kleinen Fingerabdruck hinterlassen habe. Die Originalfarbe ist schwarz und hier scheinen die Ventilatorbätter grau zu sein. Die Monteuranleitung beschreibt den Ausbau der Ventilatoren genauer. Die Reinigung habe ich jedoch auf das nächste Jahr verschoben. Zum einen sieht Zehnder selbst eine zweijährige Wartung vor und da ist es bei mir noch ein wenig hin. Zum Anderen waren die Ventilatoren meiner alten Anlage nach einem Jahr um einiges schmutziger. Da lief beim Reinigen der schwarze, schmutzige Saft nur so runter. Außerdem handelt es sich um den Abluftventilator und die von ihm beförderte Luft landet, nach 5 Metern geradem Rohr, direkt draußen. Im nächsten Jahr werde ich für die Reinigung entsprechend Zeit mit einplanen. Stay tuned, vielleicht werde ich wieder darüber berichten. Wer sich gerne daran versuchen möchte: Im Monteurhandbuch befindet sich die Beschreibung. Ich würde mich freuen, wenn ihr dann unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlassen würdet.

5. Wartung der Bypassklappen

Als Nächstes müssen die Bypassklappen auf Verschmutzung überprüft werden:
Hinterseite einer Bypassklappe mit Stellmotor
Hinterseite einer Bypassklappe mit Stellmotor
Auch hier konnte ich wieder nur so wenig Staub finden, dass ich eine detaillierte Reinigung unterließ. Waren schon die Vorderseiten der Bypassklappen sauber, so fand sich weder an deren Rückseiten, noch am Stellmotor oder der Gewindestange irgendeine Art von Verschmutzung, die einen Reinigungsaufwand rechtfertigen würde. Sollte sich hier wirklich einmal Schmutz zeigen, so befasse ich zu dem Zeitpunkt mit weiteren Einzelheiten.

6. Kondensatsiphon spülen

So, dann haben wir uns langsam durch das ganze Gerät gearbeitet und es verbleibt nur noch der Kondensatablauf. Ich bin bei der Montage der Empfehlung von Zehnder gefolgt und habe mich von Beginn an für einen Geberit Trockensiphon enstchieden. Die Erfahrung bei meiner vorigen Lüftung hat gezeigt, dass ein Kondensatsiphon der Lüftung gerne mal austrocknet und das führt im einfachsten Fall lediglich zur Geruchsbelästigung. Die Siphonkontrolle ist bei mir eigentlich schon fast fix in die Routine des Filterwechsels integriert, aber auch bei der ersten Wartung der ComfoAir habe ich den Deckel des Trockensiphons abgeschraubt.
Innenansicht, Geberit Trockensiphon
Trockensiphon, beinahe sauber
Die Verschlusskugel habe ich entnommen und abgewischt. Sie war absolut trocken und nicht schleimig oder in sonst in einer Art unangenehm. Der Siphon selbst war inzwischen ausgetrocknet, aber die Kugel hat ein Ansaugen von Abwassergeruch ordentlich verhindert. Nachdem ich früher beinahe monatlich, außer im Sommer, die Siphons der Lüftung befüllen musste, bin ich richtig froh, mich für den Trockensiphon entschieden zu haben. Den gleichen Typ habe ich übrigens an den Kondensatablauf des Luft-Erdwäretauschers verwendet und habe seither auch hier keine Geruchsprobleme mehr.

Fazit

Basierend auf meiner Erfahrung hätte ich ein wenig mehr Staub im Inneren des Lüftungsgerätes erwartet. Ich bin aber auch nicht böse, dass ich dadurch die Dauer der Lüftungswartung ziemlich reduzieren konnte. Auch wenn es hier nicht wirklich viel zu tun gab, so weiß ich nun, dass meine Lüftung sauber ist und sich der Aufwand, den ich für Filter und deren Austausch betreibe, wirklich lohnt. Ich denke, ich werde im nächsten Jahr wieder einen Blick in die Lüftung werfen, und wenn sich nichts Wesentliches verändert hat, den Überprüfungszyklus auf zwei Jahre erhöhen, wie es auch Zehnder vorsieht.
Immer wieder muss ich mir anhören, wie schmutzig und unhygienisch zentrale Lüftungsanlagen wären. Wer so einen Unsinn verbreitet, hat sich noch nie ernsthaft mit zentralen Lüftungsanlagen in privaten Wohngebäuden befasst, oder hat die Wartung nicht nur vernachlässigt, sondern ignoriert! Trotzdem muss man sich leider als Lüftungsbesitzer und -betreiber mit diesen haltlosen Vorurteilen konfrontiert sehen. Ich hoffe, dass dieser Beitrag ein wenig hilft, die Skepsis zu verringern. Konnte ich doch bei meiner Wartung feststellen, dass sich in über einem Jahr Dauerbetrieb kein nennenswerter Schmutz in der Anlage abgelegt hat. Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich sage:
In einem Neubau gehört für mich heute eine Lüftungsanlage dazu. Wer heute ernsthaft darüber nachdenkt, ob eine Lüftungsanlage notwendig ist, der muss auch ernsthaft über die Notwendigkeit einer Zentralheizung nachdenken!



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