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Sonntag, 20. März 2016

Der Scheiß ist heiß: VR-Brillen

Kommentar -

2016 ist das Jahr der Virtual Reality Brillen! Auf dem MWC (Mobile World Congress) in Barcelona und auf der CeBIT in Hannover haben ganz viele Hersteller ihre neuen VR-Brillen vorgestellt. Die Techbranche jubelt und die Nerds haben ein neues Lieblingsthema. Nicht dass mir eine solche Brille keinen Spaß machen würde, aber das immer wieder prognostizierte Massenprodukt wird das nicht werden! VR-Brillen sind und bleiben ein Nischenprodukt für Gamer, Freaks und für Spezialanwendungen. Die Masse wird dieses Produkt 2016 aber sicher nicht kaufen und damit wird 2016 nicht das Jahr der VR Brillen sein.


Auch wenn die Branche jedes Jahr wieder "the next big thing" anpreist, nur selten wird es das auch. Nachdem das letzte Jahr das Jahr der Smartwatches werden sollte und es nicht so richtig klappen wollte, setzt man dieses Jahr voll auf Virtual Reality. Ich trage meine Smartwatch gerne und nutze sie täglich, aber den Durchbruch auf dem Massenmarkt hatten wir im letzten Jahr nicht. Da half auch keine Apple Watch. Ich habe bereits über Google Cardboard geschrieben (Link zum Beitrag), ein Überraschungshit der Google I/O 2014. Im Einzelfall mag es auch der Einstieg sein und man kauft sich dann wirklich eine der Hightechbrillen. Das sind und bleiben aber Einzelfälle. Wer sich aus seiner Filterblase begibt und über den Tellerrand blickt, muss feststellen dass die Masse dieses Produkt links liegen lassen wird.

VR-Brillen sind nicht mobil

Mittendrin statt nur dabei, so war mal ein Werbespruch. Mit einer solchen VR-Brille kann man sich auch mitten hinein begeben. Mitten hinein in das Spiel. Mitten hinein in den Film. Ganz nah bei seinen Helden sein und Teil des Spiels werden. So richtig dabei ist man deshalb noch lange nicht. Man kann sich nicht frei bewegen. Man ist immer noch eingeschränkt durch die physisch existierende Realität in der man sich befindet. Zu Hause stehen Stühle, Tische und Schränke im Weg. Nicht zu letzt ist unsere Bewegungsfreiheit in der virtuellen Realität durch unsere ganz realen Wände eingeschränkt. Wie soll ich frei durch mein Shootergame oder das Fantasyspiel laufen, wenn ich mir das Schienbein am Wohnzimmertisch stoße oder mir meine Zimmerwand eine Platzwunde am Kopf verpasst? Microsoft hat da im letzten Jahr mit seiner Brille HoloLens ein nettes Konzept gezeigt. Da kamen Roboter aus den Zimmerwänden, die man abschießen musste. Also eine virtuelle Realität in der physischen Realität. Da sieht man wenigstens, ob man sich irgendwo ganz real anstößt. Aber mal Hand aufs Herz: Wollen wir alle Spiele immer nur in unserem Wohnzimmer spielen?

VR-Brillen sind teuer

Mit Sicherheit hat man mit einer solchen VR-Brille ein tolles Erlebnis, aber wollen wir alle dafür wirklich einen höheren dreistelligen Betrag ausgeben? Also rein altersmäßig falle ich nicht mehr so richtig in die Zielgruppe für VR-Brillen. Wobei der Altersklasse von 35 bis 50 i.d.R. die meisten finanziellen Mittel für solch unnützes Zeug zugeschrieben wird. Die Älteren nehmen wir mal raus. Bis auf ganz wenige Verrückte, wird sich da niemand eine VR-Brille kaufen. Bei den Jüngeren mag zwar das Interesse da sein, aber ob man locker mehrere hundert Euro dafür abdrücken kann während man versucht sich ein Leben zu finanzieren? Ja, es wird Leute geben die sich eine Ocolus Rift, eine HTC Vive oder eine Playstation VR kaufen. Aber für die Masse bleibt diese Hardware zu teuer und damit uninteressant.

VR-Brillen sind kein Heimkino

Wofür, außer Spielen, kann man so eine VR-Brille zu Hause dann noch gebrauchen? Da kommt doch gleich wieder das Heimkino aufs Programm. Ja klar, die 70€ 3D Brillen hat niemand lange genutzt, da wird sich Otto Normalverbraucher ganz sicher gleich mal die 700€ VR-Brille für das Heimkino besorgen, oder? Ich kann mir eine VR-Brille für ein Filmerlebnis nicht vorstellen. Ich bin Brillenträger und zusätzlich eine 3D Brille zu tragen ist schon eine Zumutung. Jetzt noch einen Kasten vor die Augen? Apropos "Kasten": Da sind die Scheuklappen gleich mit inklusive. Die VR-Brille aufgesetzt und ich muss mir den Partner neben mir auf dem Sofa nicht mehr anschauen! Da wird dauernd rumgemeckert dass Computer, Smartphones und Tablets angeblich einsame Menschen ohne soziale Kontakte aus uns machen und dann giert man nach realitätsabschottenden Scheuklappenbrillen? Die 3D Fernseher sind am Rückgang weil man sich zu Hause nicht mit den komischen Brillen hinsetzen will und weil es kaum Inhalte gibt. Wenn sich der Verbraucher als Ersatz für das abgelehnte 3D-Heimerlebnis für VR-Brillen entscheidet, würde mich das sehr wundern.

Tausende Anwendungsszenarien

Nicht nur für das Gaming sind die VR-Brillen geeignet: Auch Ingenieurbüros könnten Hausführungen anbieten. Lernende Mediziner hätten die Möglichkeit, das menschliche Herz genau zu inspizieren oder OPs zu üben. Maschinenbau-Studenten könnten eine Turbine detailliert von innen begutachten, in Museen wäre ein Rundgang in einer abgerannten Burg oder ähnlichem denkbar. Piloten können in jeder x-beliebigen Maschine fliegen und diese ausprobieren.Diese zum Teil hoch spezialisierten Berufsgruppen sind natürlich kein Massenmarkt...
Ganz genau: Das ist kein Massenmarkt. Klar gibt es ganz tolle Anwendungsszenarien... Das macht die VR-Brillen aber noch lange nicht zum "next big thing". Für all die genannten Anwendungen mag eine VR-Brille genau das richtige Gerät sein. Aber keine dieser Anwendungen liegt im täglichen Bedarf von Lieschen Müller. Nur wenn es bei der Masse da draußen einen Anwendungsfall im täglichen Leben gibt, dann wird das der Durchbruch sein.

Fazit

Versteht mich jetzt nicht falsch, ich verteufle die VR-Brillen nicht. Sie üben sogar einen gewissen Reiz auf den Nerd in mir aus. Ich sage auch nicht, dass die Dinger niemals Erfolg haben werden; nur eben 2016 sicher nicht. Das Google Cardboard ist ein cooles Produkt für die kurzweilige Ablenkung zwischendurch und preislich sehr lukrativ. Bislang konnte ich aber noch keine brauchbare Anwendung von VR-Brillen für einen echten Massenmarkt finden. Gaming - OK; aber das war es dann auch. Die HoloLens von Microsoft setzt zusätzlich noch auf die Unterrichtsschiene und hier mit Fokus auf die Medizin. Weitere Hersteller mögen weitere Sonderanwendungen haben. Das bringt aber noch kein Massenprodukt im Jahr 2016. Die VR-Brillen, so gerne sie die Hersteller bereits als Massenware anpreisen, bleiben 2016 ein Nischenprodukt und werden den Weg in die Masse so schnell nicht finden.


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