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Freitag, 8. September 2017

Android Auto im Audi A3 - besser spät als nie

Gedanken

Linke Frontseite des Audi A3 mit Android Auto Logo im Vordergrund
Android Auto: Die ganze Welt des Smartphones sicher und komfortabel im Auto bedienen. So hatte ich mir die Sache vorgestellt und im Audi A3 das "Smartphoneinterface" hineinkonfiguriert. Es ist auch schon ein paar Jahre her, dass Google die Anbindung von Android an das Fahrzeug auf einer Entwicklerkonferenz vorstellte. Der Jubel war groß und viele Techblogs haben sich drauf gestürzt. Inzwischen ist es still(er) geworden und man liest auch nicht mehr so viel über Android Auto. Doch trotz vollmundiger Versprechungen diverser KFZ-Hersteller, werden gefühlt nur ganz wenige Modelle unterstützt. Man beginnt, wie üblich, mit der Integration bei der Oberklasse. Hier ist der Kunde eher bereit auch Geld auf den Tisch zu legen. Dann wird sich bis nach unten in der eigenen Modellpalette durchgearbeitet. Seit dem letzten Facelift kann man nun auch Android Auto und Apple Carplay für den Audi A3 bestellen. Das ist dann für einen Listenpreis von etwa 350€ als Smartphoneinterface zu haben. Groß waren meine Erwartungen, aber lest selbst.

Es begann schon beim Abholen des neuen Fahrzeugs. Eine meiner ersten Fragen zielte auf die Smartphoneanbindung ab. Ich koppelte mein Nexus 6P per Bluetooth, wie ich es immer getan hatte. Die Bedienung des Audi MMI über das Stellrad ist mir bekannt und ich navigierte mich gleich einmal zielstrebig zu "Smartphoneinterface", aber Android Auto konnte nicht aufgerufen werden. Stattdessen öffnete sich ein Verbindungsmanager. Hier wurde mir die bereits bestehende BT-Kopplung meines Smartphones angezeigt. Trotzdem: kein Android Auto. Die freundliche Audimitarbeiterin erklärte mir, dass ich für Android Auto die Audi-Phonebox hätte zukaufen müssen. WTF! Da habe ich extra das Smartphoneinterface bestellt und kann nun mein Smartphone nur ganz lapidar über Bluetooth koppeln, um Musik zu übertragen? Das ging vorher bereits für weniger Geld.
Audi MMI - Hauptmenü - Audi Smartphone
Audi MMI - Hauptmenü - Audi Smartphoneinterface
Die Dame muss neu gewesen sein, denn als ich zu Hause das Bedienungshandbuch wälzte, war klar: Android Auto geht definitiv mit dem Smartphoneinterface und ohne die Phonebox! Es geht eben nur nicht über Bluetooth, sondern ausschließlich über Kabel. Gleiches gilt auch für das ebenfalls integrierte Apple CarPlay. Auch hier war die Aktivierung nur über eine Kabelverbindung möglich. Steckt man nämlich das Smartphone per Kabel an eine der eingebauten USB-Buchsen, bekommt man auch prompt die Meldung angezeigt, ob Android Auto (bzw. CarPlay) aktiviert werden soll.
Screenshot: Android Auto im Audi Smartphoneinterface aktivieren
Android Auto im Audi Smartphoneinterface aktivieren
Man folgt den verschiedenen Screens auf dem Display im Auto und auch am Smartphone. Den entsprechenden Nutzungsbedingungen muss natürlich auch noch zugestimmt werden. Auch hier verhält es sich wieder für Apple CarPlay äquivalent. Die Nutzung von Android Auto und CarPlay werde ich hier nicht erklären. Dazu gibt es bereits massenweise Beiträge im Netz und auf diversen Videoplattformen. Google erklärt hier Android Auto und auch Apple zeigt CarPlay hier umfassender, als ich das könnte. Es sollte also nicht notwendig sein, dass ich genau das schreibe, was Dutzende bereits vor mir geschrieben haben.
Ich habe diesen Beitrag verfasst, weil es sicher nicht allen klar ist, dass Android Auto und CarPlay nur über Kabel funktionieren. Der unbedarfte Smartphonenutzer erwartet eigentlich eine korrekte Funktion über Bluetooth. Offenbar war auch der "Erklärdame" beim Abholen meines Audi A3 nicht richtig klar, wie Android Auto / CarPlay genau funktionieren.

Mein Eindruck

Das Audi Smartphoneinterface bietet auch einen hauseigenen Dienst an, der sich Audi connect nennt. Vielleicht mache ich dazu irgendwann einmal einen eigenen Beitrag, wenn ich die dazu herrschende Enttäuschung überwunden habe. Android Auto funktioniert grundsätzlich, bietet aber nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Man sollte da keinesfalls mit der Vorstellung herangehen, dass man dann das komplette Android Smartphone auf dem Autodisplay hat. Nach der ersten Euphorie stellte sich bei mir sehr schnell die Ernüchterung ein. Nur wenige Apps unterstützen Android Auto. Die Oberfläche selbst bietet zunächst nur Zugang zu Navigation, Musik und dem Telefon selbst. Man ist zwar nicht auf die Google Dienste festgenagelt, aber die entsprechenden Apps müssen erst einmal Android Auto unterstützen.
Alle weiteren Apps, wie Messenger, müssen per Sprachbedienung mit Informationen gefüttert werden. Das Feedback aus den Apps liefert dann, in der Regel, ebenfalls wieder der Google Assistant. WhatsApp funktioniert hier ziemlich gut. Der Versuch eine Nachricht über Threema abzusetzen scheiterte jedoch kläglich. Sehr interessant, dass man aber per Sprache auch eine Threema-Nachricht antworten kann. Die Nachrichten beider Messenger werden im Android Auto Homescreen angezeigt und können vom Assistant vorgelesen werden. Meine Spritpreisapp versagt jedoch die Nutzung im Auto. Gleiches gilt für die "Lieferungen"-App, mit welcher ich die meisten meiner Bestellungen tracke. Google+, Twitter und Co. werden ebenfalls nicht angezeigt, um den Fahrer möglichst nicht vom Verkehrsgeschehen abzulenken. Man braucht auch nicht auf die Idee kommen und denken, man könnte dann vorschriftswidrig das Smartphone in die Hand nehmen. Das Display zeigt einen weißen Schriftzug "Android Auto" mit schwarzem Hintergrund, man es aktiviert. Eine Nutzung des Smartphones wird bei aktiver Verbindung zum Auto unterbunden.
Dennoch ist das Smartphoneinterface für mich ein Gewinn. Bisher musste ich mich, bei der Kopplung über Bluetooth, entscheiden, ob ich die Maps Navigationsanweisungen hören wollte, oder doch lieber Radio hören. Entweder war nämlich Radio oder CD aktiv, oder die externe Bluetoothaudioquelle wurde abgespielt. CD oder Radio hören und parallel die Navigationsanweisungen über die Autolautsprecher ging gar nicht. Mit Android Auto bzw. dem Smartphoneinerface ist das nun endlich möglich.

Fazit

Android Auto (bzw. CarPlay) ist eine nette Sache. Man kastriert sich damit jedoch temporär die Smartphonefunktionen und das muss einem schon erst einmal klar sein. Ist die entsprechende Autoanbindung eines mobilen Betriebssystems aktiv, so kann nur noch eingeschränkt mit dem Smartphone interagiert werden. Das ist von Apple und Google so gewollt. Die eingeschränkte Nutzung den Smartphones kann durchaus den Vorteil bieten, den Autofahrer wieder etwas mehr auf die Straße zu fokussieren. Wie auch bei Android Wear wurde es in der letzten Zeit um Android Auto sehr, sehr still. Einst ganz groß von Apple und Google präsentiert, kommen diese Möglichkeiten nur langsam beim Endkunden an. Nachdem sich kaum noch ein Techblogger für das alte Zeug interessiert, findet für viele Nutzer da draußen der erste Kontakt statt. In der schnelllebigen, smarten Welt, ist man einfach nicht auf die Produktentwicklungszyklen der Autoindustrie eingestellt. Android Auto wurde 2015 der Welt - zusammen mit Android 5 Lollipop - präsentiert und erst mit dem Modelljahr 2017 ist es im Audi A3 angekommen. Andererseits hat auch Lollipop erst im Jahr 2015 den Zenit seiner Verbreitung erreicht. Vielleicht sind die Autohersteller gar nicht langsamer, als die Smartphonehersteller.



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