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Freitag, 27. Oktober 2017

Feiern Nexus Smartphones mit Android One ein Comeback?

Gedanken

Smartphone mit Nexus und Android One Schriftzug
Nexus Smartphones, waren irgendwie ein richtiger Renner. Die Nexusgeräte boten Hardware der Oberklasse für einen wahnwitzig günstigen Preis. Dann hat Google irgendwas geritten und sie haben den Preis für diese Geräte brutal nach oben gedreht. Letztlich starb das Nexus und Google brachte Pixel Phones für noch mehr Geld. In diesem Jahr kam bereits die 2. Pixel Generation zum Apple-Preis auf den Markt und die Nexus Fangemeinde trauert ihren Geräten immer noch nach. Neulich bin ich auf einen Beitrag gestoßen, in dem vorgeschlagen wird, die Nexusreihe als Android One Gerät wiederzubeleben. Eigentlich schien mir das gar keine dumme Idee zu sein und dieser Beitrag hat mich inspiriert, über den Vorschlag etwas intensiver nachzudenken.


Warum ein Nexus mit Android One kommen soll

Matt Kinne führt in seinem Beitrag auf www.FWNED.com Gründe auf, warum Google ein Nexus Gerät mit Android One auf den Markt bringen sollte. Der Artikel wurde in Englisch verfasst und ich versuche mich einmal an einer Übersetzung der Argumente:
  1. Die Nexus Geräte waren Budget-Phones, also Geräte für den kleinen Geldbeutel, und eigentlich auch schon "made by Google".
  2. Die Updates von Android One werden von Google getrieben und nicht von den Herstellern.
  3. Der Name "Nexus" würde helfen, dass Android One in den USA (stellvertretend für Industrienationen) Fuß fassen könnte.
  4. Nexus hat Android erst zu dem gemacht, was es heute ist. (Frei übersetzt von: "Nexus is an iconic brand that helped shape Android")
  5. Nexus soll für die Techies wiederkommen

Was ist Android One?

Android One wurde von Google ursprünglich aufgelegt, um in den industriell aufstrebenden Ländern Fuß zu fassen. Android One sollte mit weit weniger HW-Anforderungen auskommen, als das "Originalandroid". Damit ist es möglich, kostengünstig produzierte Telefone mit einem Androidsystem zu betreiben. Hauptziel von Android One war zunächst Indien, denn dort ist die Versorgung mit Internet über Festnetzanschlüsse quasi zu vernachlässigen. Wie in vielen solcher Länder, mit ähnlichem Entwicklungsstand, bieten die Mobilfunkprovider die vergleichsweise beste und zuverlässigste Internetversorgung. Aus diesem Grund wird dort überwiegend mobil ins Netz gegangen. Android One Phones werden standardmäßig mit zahlreichen Googlediensten ausgeliefert. Kein Wunder also, dass diese Massenmärkte für Google und sein Android so interessant sind.
Hieraus lässt sich auch ableiten, warum es in Deutschland immer noch keine Andoid One Geräte gibt. Obwohl ich Deutschland bzgl. Breitbandausbau immer noch als Entwicklungsland sehe, so können die meisten Deutschen doch auf eine akzeptable Bandbreite blicken. In Deutschland gibt es eine breite Auswahl an Smartphones für jeden Geldbeutel und die Dienste von Google sind weit verbreitet. Da bleibt kein ernsthafter Grund, in Deutschland ebenfalls Geräte mit Android One anzubieten.

Nexus Geräte waren für den kleinen Geldbeutel

Münzgeld auf schwarzem Hintergrund
Nexus Geräte waren Budget-Phones
Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die Geräte der Nexusreihe immer billig waren. Das Galaxy Nexus, welches von Samsung hergestellt wurde, kam Ende 2011 mit einem UVP von 679 € auf den Markt. Ein halbes Jahr zuvor hatte Samsung sein neues Flaggschiff, das Galaxy SII, für einen UVP von 549 € vorgestellt. Das zu Beginn des Jahres 2011, und ebenfalls von Samsung produzierte, Nexus S kostete zum Marktstart 649 €. Beides ist sicherlich kein Schnäppchenpreis.
Nachdem Google mit Android bei den Tablets nicht so richtig in den Markt zu kommen schien, präsentierte man im Juni 2012 das Nexus 7, welches in der Basisversion (16 GB + WLAN) für 199 € zu haben war. Mit dem Nexus 7 brachte Google ein Gerät auf den Markt, dessen Größe es so bislang nicht gab. In meinen Augen waren die 7 Zoll und der unschlagbar günstige Preis des Nexus 7 die Gründe für dessen Erfolg. Mit dem Nexus 7 und dem kurz danach vorgestellten Nexus 4 Smartphone, welches ebenfalls ab 199 € zu haben war, ging Google mit einem aggressiven Preis in den Markt und blieb auch noch mit dem Nexus 5, mit einem Preis ab 249 €,  auf dieser Linie. Nachdem man dann in den Jahren 2012 und 2013 offensichtlich die gewünschten Marktanteile erreicht hatte, gab es für Google wohl keinen Grund mehr an der aggressiven Preisstrategie festzuhalten. So versetzte man der Nexus-Fangemeinde einen herben Stoß, als man das Nexus 6 im Herbst 2014 für einen UVP von wieder 649 € vorstellte. Im Folgejahr wurden dann erstmals zwei Geräte präsentiert, aber der Preis blieb vergleichbar hoch. Das Nexus 6P hatte einen UVP 699 €, aber auch das kleinere Nexus 5X war mit 479 € kein Schnäppchen mehr.
Fokussiert man nicht nur das Nexus 4 und Nexus 5, so waren Nexus Geräte eigentlich nie für den kleinen Geldbeutel gedacht. Der Markt bzw. die Fans hatten sich zwar schnell mit dem niedrigen Preis angefreundet aber dabei vergessen, dass die ersten Nexus preislich bereits im Highendbereich angesiedelt waren. Nexus Geräte waren nie für den Massenmarkt, sondern stets als Entwicklergeräte gedacht.

Updates für Android One werden von Google getrieben

Über die Updatepolitik und den Funktionsumfang von Android One habe ich leider ziemlich wenig in Erfahrung bringen können. Die ersten Android One Geräte wurden in Indien für um die 40 € verkauft und waren eigentlich für den deutschen Markt, gerade wegen der billigen Ausstattung, ziemlich uninteressant. Die Produktseite von Android One gibt auch ziemlich wenig belastbare Fakten preis. Man verspricht zwar 2 Jahre lang Updates, aber wie schnell diese kommen, bleibt unklar. Das erste für Deutschland interessante Android One Gerät ist meiner Meinung nach bislang das Xiaomi Mi A1. Ein weiteres potenziell interessantes Gerät könnte das erwartete HTC U11 Life werden. Das Xiaomi Mi A1 ist offiziell in Deutschland nicht zu haben, kann aber aus dem EU-Ausland verhältnismäßig kostengünstig für etwa 200 € erworben werden. Es ist seit August auf dem Markt, etwa zeitgleich zur Vorstellung der neuesten Android-Iteration, Android Oreo. Trotzdem gibt es noch einen konkreten Zeitplan, wann das A1 ein Update bekommen wird. Das A1 ist ein Dual-SIM Gerät. Statt der zweiten SIM Karte kann aber auch eine Micro-SD Karte verwendet werden, um damit den Speicher zu erweitern. Diese Eigenschaft lässt mich stutzig werden, denn eine Speichererweiterung war von Google in seinen eigenen Geräten nicht vorgesehen. Zwar bietet Android grundsätzlich die Möglichkeit, dass der Gerätehersteller auch eine Speichererweiterung unterstützt, doch beim Nexus suchte man diese Möglichkeit vergebens.
Mir drängt sich also die Vermutung auf, dass die Betriebssystemupdates auch für Android One von den Geräteherstellern selbst veröffentlicht werden müssen. Um ein Android One Gerät produzieren zu dürfen, scheinen die Restriktionen seitens Google zwar eng gesteckt zu sein, aber die Anpassung der Firmware auf den Geräten obliegt scheinbar wieder dem Hersteller. Da wenig herstellerspezifische Anpassungen an die Android One Basisversion erlaubt scheinen, sollte sich der Aufwand für ein Update in Grenzen halten. Einen Zeitrahmen für diese Updates scheint Google nicht vorzugeben. So halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass das Oreo-Update für das Xiaomi Mi A1 erst im nächsten Jahr folgt. Solange man dies noch vor der Veröffentlichung der nächsten Generation, von Android P macht, wird die Maßgabe zwei Jahre lang Updates auf das neueste Android zu erhalten, wohl erfüllt sein.
Google war in seiner Nexusreihe und jetzt mit den Pixel wesentlich schneller in den Updates. Dass man dem auch als Hersteller folgen kann, zeigten HMD Global mit ihrer neuen Nokia-Reihe und in der Vergangenheit auch Motorola. Die meisten Hersteller bringen jedoch kein Update oder so spät, dass es schon beinahe lächerlich scheint.

Mit Nexus könnte Android One den Weg in die Industrienationen finden

Android One Logo (Quelle: Google)
Android One Logo (Quelle: Google)
Wie oben beschrieben, ist das Ziel von Android One die Verbreitung der Google Dienste in den Schwellenländern. Zwar erwartet man mit dem HTC U11 Life das erste Android One Gerät, welches vermutlich auch in Deutschland offiziell zu kaufen sein wird. Der prognostizierte Preis für dieses Gerät liegt dann aber nicht mehr bei 200 €, sondern bei etwa 400 €. Hier sind wir, falls man es überhaupt noch in den Bereich der Budgetgeräte einsortieren mag, dann liegt es arg am oberen Ende dieses Bereichs. Google hat mit seiner Pixelreihe den Weg in die gehobene Oberklasse, eher schon die Deluxeklasse, gewählt. Da die überwiegende Mehrzahl der Nexus Geräte zum Marktstart nicht als preisgünstig zu bezeichnen wäre, entstand hierdurch auch keine echte Lücke, die es zu füllen gilt. Nahezu jeder renommierte Hersteller bietet Smartphones in der Preisklasse von 450 € bis 800 € an und genau da würden sich auch Nachfolger der Nexusreihe preislich einordnen. Dass Android One bei uns nicht auf billigen Geräten zu erwarten ist, zeigen die Prognosen für das HTC U11 Life. Das Billigsegment wird in Deutschland durch diverse Chinaimporte und Marken wie Medion belegt. Käufer dieser Geräte sehen keinen Nutzen in Sicherheitsupdates und neuen Betriebssystemversionen. Wer das nicht glaubt, muss sich nur mal im Bekanntenkreis umhören, welcher nicht ganz so technikaffin ist. Aussagen wie "Ich brauche nicht immer das neueste Betriebssystem." und die Riege der Sicherheitsupdateverweigerer ist dort breit gesät. Wo sollte also Googles ernsthafte Motivation liegen, Android One wirklich in die Industrienationen zu bringen?

Nexus hat Android groß gemacht

Bei dieser Aussage muss ich ein wenig schmunzeln. Selbst während der, - ich nenne es jetzt einfach - Billigphase des Nexus 4 und Nexus 5, erreichte die Nexusreihe außerhalb der Technikfreaks keine nennenswerte Bekanntschaft. Es waren eher die Partnerschaften mit Samsung und HTC, die Android groß gemacht haben. Wenn man sich vor ein paar Jahren ein neues Smartphone kaufte, war oft genug die Frage, ob es ein iPhone oder eines "mit Samsung" sein soll. Man mag hierüber gerne lachen, aber diese Aussage habe ich in den letzten Jahren nicht nur einmal gehört. Daher hat Google seine Androidpartner wohl auch verpflichtet, im Bootscreen den Androidschriftzug zu zeigen. Es war also keinesfalls die Nexusreihe, die Android groß gemacht hat.

Nexus soll für die Techies wiederkommen

Ein verständlicher Wunsch. Bei den Nexusgeräten waren die Bootloader einfach zu entsperren, waren sie doch von Beginn an als Entwicklergeräte konzipiert. So findet sich bei den XDA-Developers sicherlich eine große Zahl an Enthusiasten, die ein Aufleben der Nexusreihe begrüßen würde. Jedoch auch die Pixelreihe bietet, bis auf den unverschämt überhöhten Preis, ziemlich die gleichen Möglichkeiten für Entwickler. Google ist ein gewinnorientiertes Unternehmen der privaten Wirtschaft. Man betreibt zwar ein paar Projekte, die noch ordentlich weit von einem Profit entfernt sind, aber das betrachtet man als Investition und erwartet potenzielle Gewinne in der Zukunft. Sieht man diese potenziellen Gewinne nicht mehr, werden solch nicht profitable Bereiche ziemlich schnell verkauft. Auch hat sich Google von seinem einstigen Leitsatz "don't be evil" ein wenig distanziert. Jedenfalls steht dies nicht mehr so stark im Fokus, wie noch vor 10 Jahren. Ich sehe keine Aussicht auf einen "Return of Invest", sollte Google die Nexusreihe nur für die Techies wieder auflegen.

Fazit

Nexus 5, dargestellt als Grabstein mit "RIP" am Display
RIP Nexus
Zwar mag es für Nexusfans und technikbegeisterte Menschen mit kleinem Geldbeutel sehr verlockend sein, die Aussicht auf ein günstiges Nexus mit purem Androiderlebnis zu haben. Doch die Intension von Android One liegt nicht darin, den Industrieländern ein pures Androiderlebnis für kleines Geld zu präsentieren. Auch die Ausrichtung der Nexusreihe war nie der Massenmarkt. Es handelte sich immer um Entwicklergeräte. Mit dem Wechsel auf die Pixelreihe begab man sich in die Exklusivität. Hier legt der Kunde das Geld nicht für die Hardware allein auf den Tisch. Mit dem Erwerb des Gerätes kauft man sich ein Stück Lifestyle und ein Statussymbol. Auch die Updatemisere im Androidbereich wird offensichtlich mit Android One nicht gelöst werden, scheint die Updateverantwortlichkeit doch weiterhin bei den Herstellern zu liegen. Gerade die Hersteller zeigten bisher sehr wenig Interesse an softwaretechnischer Modellpflege. Auch wenn Google versucht der Fragmentierung mit diversen Mitteln entgegenzuwirken, so bleibt die überwiegende Zahl an Androidgeräten immer noch ohne Updates. Hier meine ich nicht nur neue Androidversionen, sondern prangere auch an, dass Sicherheitslücken von Herstellern nicht geschlossen werden. Wenn man den Kunden schon mit Smartphones, welche man leicht über das Netz updaten kann, so im Regen stehen lässt, wie wird es da erst mit den ganzen smarten Haushaltsgeräten enden? Es mag zwar eine ehrenwerte und durchaus berechtigte Anregung von Matt Kinne sein, aber ich sehe keine echte Chance darauf, dass wir in Zukunft wieder ein neues Nexus bekommen werden; auch nicht mit Android One.



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