Freitag, 15. Dezember 2017

Die richtige Mobilfunkkarte - Ein Smartphone für mein Kind (3)

Gedanken

Nachdem nun endlich das vorbestellte HTC U11 Life angekommen ist, wird es Zeit sich um einen passenden Mobilfunkvertrag Gedanken zu machen. Die Fülle an angebotenen Verträgen (incl. Prepaid) ist schier unendlich und längst kann man nicht mehr alle Angebote im Blick behalten. Die Frage des "richtigen" Vertrages lässt sich pauschal nicht beantworten. Weder lässt sich das zu wählende Netz noch der beste Anbieter in einer Generalantwort formulieren. Selbst Preisvergleichseiten bieten keine echte allumfassende Übersicht, können aber bei der Auswahl unterstützen. Ich zeige in diesem Beitrag, welches unsere persönlichen Vorgaben zum Vertrag waren und welche weiteren Kriterien unsere Auswahl beeinflussten. Für eine andere Person würde ich vielleicht einen ganz anderen Vertrag wählen. Ein Quäntchen Glück gehört dann auch immer noch dazu, dass man einen Anbieter mit den passenden Konditionen findet und dieser aktuell einen günstigen Preis bietet.

Welches Netz ist das Beste?

Und das beste Netz ist ... Trommelwirbel ... - verarscht! Nein, ernsthaft. Die Werbung und diverse Zeitschriften suggerieren gerne, dass die Telekom das beste Netz hätte, gefolgt von Vodafone und abgeschlagen an letzter Stelle Telefónica (O2). Diese Beurteilung ist subjektiv und repräsentiert einen Durchschnittswert. Welche Kriterien müssen denn eigentlich erfüllt sein, um "das beste Netz" zu sein? Ist der Preis für "das Beste" egal und es zählt nur die Verfügbarkeit? Klar ist, dass die Angebote im Netz der Telekom meist unverschämt teuer sind!

Auch ich konnte, während meines Hausbooturlaubs (siehe Artikel) in diesem Sommer, meinen Erfahrungshorizont erweitern. Tatsächlich bot mir dort die Telekom die zuverlässigste Verbindungsqualität, während Telefónica mit ihrem Netz komplett ablooste. Meine Vodafonekarte hatte den leidigen Nachteil, nur UMTS zu unterstützen. Dabei wäre, laut Versorgungskarte von Vodafone, die LTE-Versorgung auf den kleinen Mecklenburger Seen durchaus mit der Abdeckung des Telekomnetzes zu vergleichen. In der Gegend in und um Ingolstadt habe ich dagegen im Telefónicanetz eine hervorragende LTE Versorgung. Da kann dann keiner der Netzkonkurrenten preislich mithalten.

Es bleibt also wirklich nichts anderes übrig, als zu überlegen, in welcher Gegend man mit seinem Smartphone unterwegs sein wird und dann die entsprechenden Gebiete bzgl. der LTE-Versorgung zu kontrollieren. Alles andere als die LTE-Versorgung ist uninteressant! Das fällt auf absehbare Zeit Stück für Stück weg, und wenn man sich nur leicht aus einer Stadt heraus bewegt, ist man sehr schnell auf LTE angewiesen, weil kein UMTS verfügbar ist und alles andere saulangsam ist. Folgende Seiten zeigen aktuell die Netzabdeckungen an:
Ruhig an den verlinkten Karten eine Weile herumspielen und die einzelnen Netze untereinander vergleichen. Ist die Versorgung im Freien angegeben, so lässt das auf eine instabile Verbindung schließen, welche in Gebäuden meist komplett abreißt. Ich vergleiche lieber die Bereiche, in denen LTE mit möglichst viel Geschwindigkeit auch im Gebäude als möglich verfügbar ist.

Es sollten die Gebiete geprüft werden, in denen man sich überwiegend aufhält. Für Sonderfälle, wie meinen erwähnten Hausbooturlaub, lässt sich auf einen mobilen Hotspot und eine Datenkarte zurückgreifen. Nur für alle Eventualitäten einen teureren Vertrag abschließen, wäre Quatsch. Mit dem eingesparten Geld, durch die Wahl eines anderen Netzes, lässt sich dann der mobile Hotspot und die Datenkarte finanzieren und damit vielleicht sogar noch Geld sparen. Erst recht, wenn man vielleicht das Netz für den Papa, die Mama und ein bis mehr Kinder wählt. Über einen mobilen Hotspot können nämlich dann wieder alle ins Netz.

Da sich mein Kind üblicherweise nur im heimatlichen Umkreis aufhalten wird, sollten bei uns kaum Einschränkungen bzgl. der Netzwahl vorliegen.

Prepaid oder Vertrag?

Ganz klar, Prepaid, würden viele sagen. Bloß kein Vertrag, da kommt man ewig nicht mehr raus! Jein, nicht ganz richtig. Erst einmal stelle ich klar, dass es sich bei einer Prepaidkarte - nach meiner rechtlichen Auffassung - ebenfalls um einen Vertrag handelt. Immerhin ist ein Preis für eine Leistung vereinbart. Man unterscheidet also eher danach, ob man vor oder nach Leistungserbringung bezahlt. Es gibt also Prepaid- und Postpaid-Verträge.

Prepaid bietet den Vorteil, dass man sein Girokonto nicht überstrapaziert. Wenn das Guthaben abtelefoniert ist, muss es aufgeladen werden, sonst geht nichts mehr. Betrachtet man aber die Prepaidkonditionen genauer, so enthalten diese meist eine Klausel, die eine Aufladung eines bestimmten Betrages, oft 10 €, innerhalb einer bestimmten Zeit, meist ein Jahr, für eine aktive Karte zwingend voraussieht. Bei einem gebuchten Datenvolumen sollte das kein Problem darstellen, aber ich kenne genug "Ich brauche mein Handy nur, wenn ich im Notfall telefonieren muss" Menschen, deren Prepaidguthaben sich ganz locker im 3-stelligen Bereich wiederfindet. Diese Personen werden das Guthaben niemals aufbrauchen und sind den Unternehmen mit Sicherheit die liebsten Kunden.

Viele sind der Meinung, dass es Postpaid nur mit 24 Monaten Vertragsbindung zu geben scheint. Dem ist aber gar nicht so. Ich hatte, als man noch keine mobilen Daten nutzte, einen O2o Vertrag. Es gab kein subventioniertes Handy dazu und auch sonst nichts, aber es wurde auch keine Grundgebühr fällig. Man bezahlte nur, was telefoniert wurde, und das für 9 Cent pro Minute. Dazu ist dieser Vertrag auch noch monatlich kündbar. Man kommt also jederzeit wieder raus. Ich hatte diesen Vertrag einem langjährigen Prepaidguthabenansammler empfohlen. Auch wenn O2 über die niedrigen Rechnungen nicht so glücklich sein dürfte: Dieser Kunde würde nichts anderes mehr nehmen und ist treuer O2 Kunde seit über 10 Jahren. Ich schätze die durchschnittliche Mobilfunkrechnung in diesem speziellen Fall auf weniger als 15 Cent pro Monat. O2 hat diesen Vertrag inzwischen aus dem Programm genommen. Dafür ist ein vergleichbarer Vertrag bei Congstar oder Simplytel möglich. Keine Grundgebühr und 9 bzw. 8 Cent pro Minute bzw. SMS. Und das dann als Postpaid und monatlich kündbar versteht sich: Kein lästiges Aufladen und trotzdem immer erreichbar und im Notfall telefonieren.

Soweit zu den allgemeinen Möglichkeiten. Da ich für mein Kind ganz sicher ein Datenpaket benötige und damit regelmäßige Kosten anfallen werden, wäre auch Prepaid denkbar. Das Guthaben würde bestimmt aufgebraucht. Für mich ist die Aufladerei ziemlich lästig. Daher legte ich den Fokus auf monatlich kündbare Postpaid-Verträge mit Inklusivvolumen.

Was kostet das im Monat?

Münzgeld auf schwarzem Hintergrund
Nicht ganz unwichtig ist natürlich der Preis für die Mobilfunkkarte. Hier locken diverse Anbieter bzw. Reseller mit angeblichen Schnäppchen. Ob dies wirklich so ist, muss immer ein näherer Blick zeigen. Gerne wird Postpaid mit 24 Monaten Vertragsbindung in den ersten 12 Monaten vergünstigt angeboten. In den folgenden 12 Monaten legt man aber mehr auf den Tisch. Der mittlere Preis, der sich ergibt, ist möglicherweise nicht mehr so günstig. Wie ich mit meiner Lidl connect Karte feststellen musste, können günstige Angebote die LTE-Nutzung auch mal ausschließen. Ich achte also inzwischen darauf, dass die LTE-Nutzung wirklich möglich ist, um im ländlichen Bereich nicht plötzlich im mobilen Daten-Nichts zu stehen. Meine Erfahrung aus den letzten paar Jahren zeigt, dass günstige Angebote meist im Netz von Telefónica (O2) angeboten werden. Ist man auf das Netz der Telekom oder Vodafone angewiesen, wird es merklich dünner bei den preisgünstigen Angeboten. An halbwegs günstigen Resellern fällt mir da im Moment fast nur die Freenet-AG mit den Mobilfunkmarken Klarmobil und Mobilcom-Debitel ein. Man könnte noch Congstar (eine Telekomtochter) aufzählen, die aber LTE nur in den hochpreisigen Verträgen bieten. Inoffiziell, so liest man fast überall im Netz, kann man sich problemlos mit allen Congstar-SIMs auch ins LTE-Netz einbuchen. Einen Anspruch auf LTE-Nutzung gibt es aber i.d.R. nicht. Trotzdem hatte ich in meiner Zeit bei Congstar keine Probleme ins LTE-Netz zu kommen; lediglich die Geschwindigkeit wurde auf die Vertragsgeschwindigkeit beschränkt.

Glücklicherweise lässt sich für unseren Anwendungsfall auch das Netz von Telefónica (O2) nutzen und hier tummeln sich einige Mobilfunkdiscounter. Leider finden sich die meisten wiederum unter dem Dach der Drillisch AG und hängen damit eigentlich irgendwie zusammen. Dies hat aktuell den Nachteil, dass bei einer Rufnummernmitnahme innerhalb der Drillisch-Unternehmen kein Wechselbonus gewährt wird. Das bedeutet, bei der neuen Marke bekommt man keine Gutschrift, die alte Marke kassiert aber die Portierungsgebühren. Wie Congstar die Discountermarke der Telekom ist, so hat Telefónca Blau.de, welche aber die max. Downloadgeschwindigkeit im LTE-Netz auf 21,6 MBit/s beschränken. Nach Angaben von Telefónica, bietet deren LTE-Netz aber eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s. Leider bietet Blau.de, soweit mir bekannt, nur Verträge 24 Monate Laufzeit. Ob sich das lohnt, muss man von Fall zu Fall entscheiden.

So muss ich zugeben, dass ich der letzten Zeit immer wieder bei den Drillisch-Marken lande. Ich werde in den nächsten Tagen meinen Vertrag bei winSIM auf 10GB Highspeedvolumen aufstocken und dann bei Telefon-, SMS-Flat und monatlicher Kündigungsmöglichkeit schlappe 19,99 € bezahlen. Dieses Angebot gilt aktuell noch bis Ende 2017 und bietet eine maximale Downloadgeschwindigkeit bis 225 MBit/s. Wie das allerdings mit den, von Telefónica angegeben maximal möglichen 50 MBit/s in deren Netz, zusammenpasst, kann ich mir nicht erklären. Für mich sind die 10 GB LTE zu diesem Preis aber sehr interessant. Alle Drillisch-Marken einzeln aufzuzählen wäre mühselig. Scrollt auf der Seite www.drillisch.de ganz nach unten und klickt Euch durch die zahlreichen Marken und die unterschiedlichen Tarife. Die beworbenen Preise sind für 24 Monate Laufzeit angegeben, aber fast alle Tarife lassen sich auf monatliche Kündigung umstellen; kosten dann aber mehr.

Einen Wermutstropfen gibt es bei diesen, teils äußerst günstigen Preisen, dann doch: die Datenautomatik. Ich nenne sie lieber Abzockautomatik! Erreicht man nämlich das Ende seines Highspeedpaketes, bekommt man bis zu 3 zusätzliche Highspeedpakete draufgebucht. Hier handelt es sich dann um je 100 MB, zu je 2 €! Es gilt aufzupassen und keinesfalls (!) über das Paketvolumen zu kommen, sonst wird es teuer.

Was braucht mein Kind?

Wie viel Datenvolumen wird denn mein Kind nun benötigen? Das ist, ohne weitere Praxiserfahrung ziemlich schwer zu beantworten. Das ist mein erstes Kind mit Smartphone und ich habe eigentlich keine Ahnung, was so ein angehender Teenager monatlich an Daten verbrutzelt. Aus dem Grund habe ich mich im Bekanntenkreis umgehört und mich für ein Datenpaket von 1 GB entschieden. Mögliche Pakete mit 500 MB oder auf 750 MB waren in meinem Preisvergleich nicht lohnenswert günstiger. Auch hier liegt, wie so oft, sehr viel subjektive Beurteilung. Ist eine wesentlich geringere Datennutzung zu erwarten, so mögen andere Tarife eine günstigere Wahl sein.

Welche SIM Karte bekommt nun das Kind?

Nach ziemlich viel Erklärung komme ich nun zum Schluss dieses Artikels. Ich habe mich für folgenden Postpaid Vertrag von McSIM entschieden:
Screenshot: www.mcsim.de/tarife/lte-mini-1000
Diesen Tarif habe ich für mein Kind gewählt
Eine interessante Tatsache ist, dass hier beim Bestellvorgang ein Mindestalter von 7 Jahren akzeptiert wird. Im weiteren Bestellverlauf muss dann ein Konto für die Lastschrift angegeben werden. Eine Übereinstimmung des Kontoinhabers mit den Bestellerdaten ist zwingend gefordert. Zum Test hatte ich zunächst die Daten meines Kindes für die Bestellung verwendet. Da mein Kind über kein eigenes Konto verfügt, musste ich die Bestellung wieder auf meinen Namen ändern. Es würde mich schon interessieren, ob McSIM einen Vertrag mit einem nicht geschäftsfähigen Kind abschließen würde.

McSIM ist ein Unternehmen der Drillisch-AG und bietet hier einen Vertrag im Netz von Telefónica. Die angebotenen Leistungen entsprechen dem ermittelten Bedarf. Sollte mein Kind die monatliche Gebühr nicht mehr aufbringen können, weil das Taschengeld anderweitig verwendet wird, ist die Kündigungsfrist von 30 Tagen zum Monatsende relativ optimal. Wir werden lediglich darauf achten müssen, dass die inkludierten 1 GB Daten ausreichen bzw. das Smartphone rechtzeitig einen Riegel vorschiebt, damit die Abzockautomatik nicht zuschlägt. Dies zählt aber zum Thema, "Wie mache ich das Smartphone kindertauglich.", welches ich in einem weiteren Teil beschreiben werde. Etwas teuer in diesem Vertrag sind die Gesprächsminuten nach Aufbrauch der Inklusivleistung. Diese schlagen mit 15 Cent je Minute zu Buche. Meinen Informationen zur Folge nutzt die Jugend heute eher weniger die klassische Telefonie. Wenn ich mein eigenes Verhalten beobachte, so würden mir die 100 Minuten ebenfalls ganz locker ausreichen. Hiser sollte mein Kind in keine Kostenfalle treten.




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