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Sonntag, 5. April 2020

DIY - Basilikum für die Fensterbank

HowTo / Erfahrung


Basilikumpflanzen auf der Fensterbank
Immer wieder höre ich von Freunden und Bekannten, dass Basilikum auf der Fensterbank bestenfalls ein oder zwei Wochen bestehen kann. Nachdem mir 2018 das, im Garten gepflanzte, Basilikum vom Discounter durchgewachsen ist, hatte ich genug Samen um es auf einen Selbstversuch ankommen zu lassen. Ich schaute mir also einige YouTube Videos an und begann mich ein wenig einzulesen. Dabei fand ich schnell heraus, dass die Basilikumpflanzen in so einem Discountertopf viel zu dicht stehen. Wenn es euch zu viel Aufwand ist, das Basilikum selbst zu sähen, so setzt eure gekauften Pflänzchen gleich um. Dabei sollten nicht mehr als 3 oder 4 Pflanzen in einem faustgroßen Pflanztopf sein. Für alle, die etwas tiefer einsteigen möchten und, wie ich, habe ich meine Erfahrungen aufgeschrieben.
Das Titelbild wurde im Dezember 2019 aufgenommen und zeigt die verbliebenen fünf Töpfe, die das Basilikum für den Winter lieferten. Auch heute - April 2020 - steht noch die Mehrzahl der Pflanzen in den Töpfen auf unserer Fensterbank und gedeiht weiterhin prächtig. Man kann mein Experiment somit als gelungen bezeichnen und die Aussagen, Basilikum könne nicht langfristig im Haus überleben, seinen damit widerlegt. Doch vielleicht fangen wir besser beim Anfang an:

Inhalt:
1. Die Aussaat
2. Das Wachstum und erste Pflege
3. Das Pikieren / Vereinzeln und Bewässern
4. Die weitere Pflege und richtige Ernte
5. Fazit


Die Aussaat

Die kontinuierliche Bewässrung meiner Saat, war ein Problem, dessen ich mich als Allererstes annahm. Aus altem Verpackungsmaterial von Fleisch und Gemüse, bastelte ich mir eine Saatschale, die ich ziemlich schnell zu einem Minigewächshaus upgradete.
Pflanzschale aus Lebensmittelumverpackungen
Pflanzschale /Minigewächshaus aus Lebensmittelumverpackungen
Die Pflanzschale besteht aus zwei Kunststoffschalen. Die untere dient als Wasservorrat und die obere enthält Erde und Samen. Damit nichts schief geht, habe ich beide Schalen mit Heißkleber aneinander fixiert. Ein Blatt der Küchenrolle transportiert über den Kapillareffekt ausreichend Wasser nach oben. Das Küchenrollenblatt habe ich so platziert, dass es die Bodenfläche der Saatschale vollständig bedeckt. Schneidet man dann entlang der Bodenkante der Saatschale und knickt die Streifen um, so ergibt sich der etwas schmälere Streifen, der auf dem Bild sichtbar ist.
Die Erde habe ich aus unserem Garten und mit einem Sieb aus dem Sandkastenspielzeug fein gesiebt. Die Erde, auf das Küchenpapier, in die Saatschale füllen und gleichmäßig verteilen. Ein verdichten ist nicht notwendig. Eine ebene Oberfläche erleichtert das Wiederfinden der, sehr kleinen, Basilikumsamen. Im letzten Jahr hatte ich die Samen mit den Fingern über sie Saatfläche verteilt, so wie man eine Prise Salz ins Essen gibt. Das Ergebnis war sehr dich aufgehendes Basilikum und letztlich habe ich fast 80 % der Keimlinge auf den Kompost geworfen, weil ich so viel weder selbst brauchen, noch verschenken konnte. Aus diesem Grund habe ich in diesem Jahr die Samen mit der Pinzette in Reih und Glied platziert. Ich erwarte heuer etwas 25 bis 30 Pflanzen und selbst das dürfte unseren Bedarf mehr als decken. Einige Pflanzen werden zwar im Gewächshaus meiner Eltern landen und einige habe ich schon im Töpfchen als Geschenk angekündigt, doch selbst dann sollte noch genug für unseren Haushalt übrig bleiben. Basilikum ist ein Lichtkeimer und darf daher keinesfalls mit Erde bedeckt oder die Samen eingedrückt werden. Einfach auflegen reicht aus!
Ist die Erde eingefüllt und die Samen platziert, kann die untere Schale mit Wasser befüllt werden. Sie Saatschale muss, auch nicht Beginn, manuell gewässert werden. Sofern das Küchenpapier richtig liegt, kommt das Wasser überall hin und die Erde sorgt für die weitere Verteilung. Es ist ein Leichtes im Vorbeigehen den Wasserstand zu kontrollieren und ggf. nachzufüllen. Öfter habe ich gelesen, dass man Pflanz- oder Saaterde soll. Bei mir hat das hervorragend mit Gartenerde von draußen funktioniert. Im letzten Jahr habe ich diese mit ein wenig Sand aus dem Sandkasten gemischt; heuer nicht. Hat man keine Garten, wird man sich eine gute Handvoll Erde besorgen müssen.
Zuletzt habe ich die Saatschaale noch mit einer Abdeckung versehen. Diese ist mit Klarsichtklebestreifen an einer Seite befestigt. So kann man den Deckel abklappen und das aufgehende Beikraut (wegen der Gartenerde) entfernen. Außerdem erhält man so ein brauchbares Gewächshäuschen, welches sich tagsüber nach draußen stellen lässt.
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Das Wachstum und erste Pflege

Die Aussaat hatte ich letztes Jahr schon im Februar gemacht, aber vor März ist nichts aufgegangen. Daher habe ich in diesem Jahr erst Ende März gesät. Da ich mein Upgrade zum Minigewächshaus, mit dem Deckel, erst später vorgenommen hatte, könnte auch das der Grund für das verzögerte Keimen sein. Vielleicht wird auch die höhere Temperatur benötigt und bei reiner Raumtemperatur würde das Basilikum am Fenster gar nicht aufgehen. Ich kann es nicht genau sagen, jedoch hat das mit der Abdeckung und der Sonne draußen dann super funktioniert. Heuer keimten die Samen bereits am zweiten oder dritten Tag auf der Terrasse.
Nicht erschrecken, wenn die Samenkörner beginne, wie in Schimmel gehüllt auszusehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie begonnen haben Wasser aufzunehmen und zu keimen. Mit etwas Glück und bei genauerer Betrachtung findet sich dann schnell die erste zaghafte Wurzel und dann schnell das erste Grün:
Erste Spösslinge zeigen sich im Minigewächshaus
Erste Sprösslinge
Das Bild ist vom letzten Jahr und man sieht sehr gut, wie dicht ich die Samen gestreut hatte. In diesem Jahr wird sich das ein wenig anders darstellen. In diesem Stadium würde ich dem Basilikum noch ein wenig Zeit zum Wachsen geben, bevor ich mich ans Pikieren bzw. Vereinzeln mache. Wer es ganz einig hat, kann sich auch jetzt schon dran machen. In dem Minigewächshaus sind die Pflänzchen jedoch vor kühlem Wind gut geschützt, denn sie möchten auch weiterhin möglichst viel in die Sonne.
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Das Pikieren / Vereinzeln und Bewässern

Nach dem Vereinzeln sollten die Bewässerung auch weiterhin so einfach, wie bisher zu erledigen sein. Mit den Reservoir an Wasser können auch Kinder problemlos gießen, ohne die aufgehende Saat zu ertränken oder fortzuspülen. Besonders für Berufstätige ist es nicht immer einfach für eine gezielte Feuchtigkeit und den Töpfen zu sorgen.
Da sich das Küchenpapier als sehr zuverlässig erwies, beschloss ich auch für den nächsten Schritt auf diese stromlose und doch automatische Bewässerung zu setzen. Es galt aber ein geeignetes Wasserreservoir zu finden, auf dem ich dann die Anzuchttöpfe stellen könnte, ohne das alles zusammen bricht.
Anzuchttopf mit Bewässerung
Anzuchttöpfe mit Bewässerung
Anzuchttöpfe (Joghurtbecher) mit Bewässerung
Ich hatte noch einen unbenutzten Luftentfeuchter im Keller. Wenn dieser ein gutes Kilo Entfeuchtergranulat aushält, sollte das mit 6 bis 8 Töpfchen auch funktionieren. Für die passenden Anzuchttöpfchen musste noch eine Weile überlegen, suchen und probieren. Letztlich bin ich bei Joghurtbechern gelandet, denn davon passten 8 Stück auf meinen Entfeuchter. Ich habe die Kunststoffbecher auf die passende Höhe gekürzt und die Schnittränder mit einem Feuerzeug erhitzt, sodass sie nicht mehr scharfkantig waren.
Die Blätter Küchenpapier habe ich halbiert und dann dreilagig in Streifen gefaltet. Wie beim Minigewächshaus auch, liegt das Küchenpapier auf dem Boden der Joghurtbecher und erst dann wird die Erde eingefüllt. Wie man auf dem rechten Bild erkennt, lassen sich die Streifen Küchenpapier sehr gut nach unten ins Wasserreservoir führen. Auch hier gestaltet es sich ein wenig einfacher, wenn man das Wasser erst einfüllt, nachdem die Töpfe platziert sind. Das nasse Küchenpapier empfand ich als wenig gut zu handhaben. Ich habe beim Vereinzeln im letzten Jahr in jeden Topf 3 Mal 2 Pflanzen gesteckt. Über die Zeit gingen einzelne Pflanzen ein und so empfehle ich jetzt pro Topf eher 3 - 4 Pflanzen zu setzen, damit alle auch genug Platz haben zu wurzeln.
Mit der Zeit zersetzt sich das Küchenpapier, das in der Erde steckt. Dann muss es erneuert werden, damit die Wasserzufuhr nicht abreißt. Das Basilikum sollte bis zum ersten Wechsel bereits so viel wurzeln gebildet haben, dann man die Pflanzen samt der ganzen Erde aus dem Topf nehmen kann. Vorher die Topfwände leicht "kneten" bzw. verformen, dann löst sich alles an einem Stück heraus. Neue Streifen Küchenpapier hinein und dann auch gleich das Wasserreservoir mit blankem Wasser reinigen. Alles wieder zusammensetzen und man für die nächsten Wochen wieder Ruhe.
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Die weitere Pflege und richtige Ernte

Je größer das Basilikum wird, desto schneller hat sich bei mir das Küchenpapier zersetzt. Gegen Herbst hat dann diese Art der Bewässrung nicht mehr funktioniert. Dann habe ich alles noch mal in kleine Pflanztöpfe umgesetzt, die mit Löchern im Boden, und bin auf manuelle Bewässerung umgestiegen. Zunächst habe ich alles ich schöne Übertöpfe gesteckt, damit es auf der Küchenfensterbank auch nett aussieht. Ich habe dann immer von oben in den Topf gegossen und nach und nach sah das Basilikum welk aus und einige Pflanzen sind eingegangen. Im ersten Moment vermutete ich zu viel Wasser, aber die Übertöpfe waren innen trocken. Dann habe ich mit veränderten Düngeabständen experimentiert, aber alles half nicht weiter. Letztlich habe ich alles aus den Übertöpfen in leere wasserdichte Kunststoffschalen (flache 1 Liter Eisschalen) gestellt und das Gießwasser in diese Schalen gegeben.
neue Triebe
Nach Bewässerung von unten
kamen sogar neue Triebe

Das stellte sich als sehr erfolgreich heraus. Offensichtlich mag Basilikum Wasser nur von unten aufnehmen. Jetzt sieht es zwar nicht mehr so schön aus, aber dafür treiben an zuvor kahlen Stellen wieder Blätter nach; wenn auch nur langsam. Auf dem Bild ist noch eine dürre Pflanze zu sehen, die ich noch nicht abgeschnitten bzw. entfernt habe. Auch hat aus diesem Topf nur eine Basilikumpflanze überlebt. Aber so macht man eben über die Zeit eigene Erfahrungen. Als Dünger verwende ich einen günstigen Flüssigdünger für Grün- und Blühpflanzen. Diesen gebe ich gelegentlich in niedriger Dosierung uns Gießwasser.
Aktuelle Bilder zu meinem "Projekt Basilikum" habe ich immer wieder über meine Facebook, Twitter und Instagram Accounts geteilt. Dort gab es auch einige Likes. Ich wurde immer mal wieder von Bekannten darauf angesprochen und nach meinen Erfahrungen gefragt. Jetzt habe ich mir endlich die Zeit genommen, um alles in einem Artikel zusammen zu tragen. Auch wenn es sich nicht unbedingt um Technikgadgets handelt, so habe ich einiges gebastelt und nicht zuletzt die Bewässerung ist ein echtes Physik-Gadget.
Und so sieht das Basilikum 2019 heute aus:
Basilikum 2019 - heute
Basilikum 2019 - heute
Man kann ganz gut erkennen, dass sich alles wieder sehr gut erholt hat. Das sah vor ein paar Wochen noch viel trostloser aus. Die Blätter waren schwächer in der Färbung und die ganze Pflanze wirkte schlapp und schrie schon fast nach dem Kompost. Jetzt ist es wieder dringend Zeit, die hohen Triebe zu kürzen und die Basilikumblätter für Salate oder Tomatensoße zu verwenden.

Damit kommen wir schon zur richtigen Ernte.
Basilikum - Blattansatz in Nahaufnahme
Zur Ente den Stängel
über einem Blattpaar abschneiden
Ein Fehler, den ich anfangs machte, war, die Blätter einfach abzurupfen. Damit wird die Pflanze immer höher, bis der Stängel schließlich auch knickt. Außerdem sieht, der verblieben Rest, früher oder später ziemlich ärmlich aus. Besser ist es, den Stängel über einem Blattpaar abzuschneiden. In der Nahaufnahme ist zu erkennen, dass dort zwei neue Triebe entstehen, welche dann sehr rasch wachsen. So erhält man eine breite und dichte Pflanze, die auch nach einigen Ernten noch sehr schön anzusehen ist.
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Fazit

Basilikum auf der heimischen Fensterbank geht sehr wohl; auch mit Discounterware. Wichtig ist eine geringe Anzahl von Pflanzen (3 - 4) pro Topf und die richtige Bewässerung. Eine Automatik erleichtert die passende Wasserdosierung und alle paar Tage den Wasserstand nachfüllen, reicht aus. Es geht auch manuell, aber dann muss man, je nach Temperatur und Pflanzengröße, gerne mal täglich gießen. Bei der Ente aufpassen, dann man über einem Blattpaar abschneidet, damit neue Triebe wachsen und die Pflanze breit statt hoch wird. Im Artikel habe ich es mehrfach anklingen lassen, dass mich der Erfolg aus dem letzten Jahr beflügelt hat, es heuer wieder anzugehen.
Basilikum blüht
Basilikum blüht
Sollte euch mal das Basilikum im Garten durchwachsen, so lasst es stehen. Zum Einen sehen die Blüten richtig schon aus, zum anderen könnt ihr davon die Samen fürs nächste Jahr nehmen. Dazu einfach die vertrockneten Samenstände abschneiden und aufbewahren.
Viel Erfolg beim Nachmachen.
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