Freitag, 28. Juli 2017

Automatische Blumenbewässerung - Physik aus der Schule in der Praxis

Meinung / HowTo

2 Bewässerungskegel in Blisterverpackung
Sommer, Sonne, Urlaubszeit: Doch wer kümmert sich so lange um die Pflanzen im Haus oder im Büro? Ich hatte dieses Problem mit der Zwergbanane an meinem Arbeitsplatz. Um die meisten Pflanzen im Büro kümmert sich ein bezahlter Gießdienst. Doch diese Pflanzen sind gemietet und die Banane ist privat aufgestellt. Die Zwergbanane ist ein Findelkind, welches ich in Pflege genommen habe. Eine Kollegin ging in Mutterschutz und anschließender Elternzeit und obließ mir die Pflege ihrer Zwergbananenpflanze. Dumm nur, dass auch ich gerade im Urlaub war und so grenzt es an ein Wunder, dass es die Banane heute noch gibt. Sie wurde drei Wochen lang nicht gegossen und viele ihrer Blätter waren verdorrt, als ich wieder im Büro war. Inzwischen habe ich sie wieder hochgepäppelt und möchte natürlich gerne verhindern, dass die während meiner Abwesenheit das Zeitliche segnet. Ein Nerd wäre kein Nerd, müsste da nicht etwas her: eine automatische Bewässerung für Topfpflanzen. Da ich nicht sagen konnte, wie lange ich mich nun um das Findelkind kümmern muss, sollte sich die anzuschaffende Bewässerungseinrichtung preislich im Rahmen halten. So entschied ich mich für ein Viererset Bewässerungskegel für etwa 8€; aber auch nur, weil das Einzelstück schon bei 6€ gelegen wäre. Kauft man mit etwas mehr Vorlaufzeit bei einem der einschlägigen Chinashops ein, wird es günstiger.

Geliefert wurden zwei Blisterverpackungen mit je zwei Bewässerungskegeln in einem Kuvert mit Noppenfolie. Nicht gerade eine beeindruckende Produktpräsentation, aber es zählt, was drin ist und nicht was die Glitzerverpackung verspricht. Viel gibt es zum Produkt selbst nicht zusagen. Der kleine, weiße Tonkegel wird in die Erste gesteckt und den Schlauch wickelt man ab und steckt ihn in eine Flasche. Die Physik sorgt dann dafür, dass Wasser aus der Flasche in den Kegel befördert wird - voilà.

Was man falsch machen kann

Kaum zu glauben, aber bei solch einfachen Gadgets kann man immer noch etwas falsch machen. Der erste Fehler, den ich auch gemacht hatte, ist, den Tonkegel nicht ausreichend zu wässern. Das steht eigentlich ganz eindeutig in der spärlichen, bebilderten Bedienungsanleitung. Der Tonkegel muss mindestens 15min in Wasser getaucht werden. Natürlich konnte ich es nicht erwarten und entnahm ich nach 2min, weil er schon so nass aussah. Der Ton muss aber komplett mit Wasser vollgesogen sein. Prompt wurde ich dafür auch gleich mit Nichtfunktionieren bestraft. Hat sich der Ton nicht ausreichend mit Wasser vollgesaugt, so dringt Luft nach innen und die Wasserzufuhr im Schlauch reißt ab. Bevor ich den nächsten Bewässerungskegel in Betrieb nehme, kommt dieser über Nacht ins Wasser.
Bewässerungskegel im Topf
Bewässerungskegel im Topf
Bei der "Inbetriebnahme" ist zunächst der nasse Tonkegel in die Erde zu stecken. Die grüne Kappe nimmt man ab, und befüllt das Innere mit Gießwasser. Zusätzlich habe ich mit einer kleinen Spritze noch den braunen Schlauch befüllt; bin aber nicht sicher, ob dies wirklich notwendig ist. Es schadet aber auch nicht.
Ein weiterer Fehler, den man vielleicht begehen könnte, ist die Position des Gießwasserbehälters. Im Büro nutze ich hierfür eine alte Wasserflasche. Es ist darauf zu achten, dass der Wasserstand im Gießwasservorrat nicht höher steht, als die grüne Kappe des Bewässerungskegels. Anderenfalls fließt beständig Wasser aus der Flasche in den Kegel und überschwemmt den Topf. Bei meinen diversen Versuchen zu Beginn ist mir das passiert. Das kann eine ordentliche Pfütze am Büroschrank hinterlassen. Mag sein, dass dies der Arbeitgeber nicht so gerne hat und man ggf. in Regress genommen wird. Zu tief sollte das Gießwasser ebenfalls nicht stehen, da sonst der Wasserstrom im Schlauch abreißt. Bei meinen Versuchen kam ich auf eine maximale Höhendifferenz von etwa 30cm.

Wenn es klappt, das klappt es

Nachdem ich die ersten Startschwierigkeiten überwunden hatte, klappte die automatische Bewässerung ziemlich störungsfrei. Man sollte mit dem Einrichten also nicht unbedingt am letzten Arbeitstag beginnen. Ein Probelauf, in den zwei Wochen vor dem Urlaub wäre da sicher empfehlenswert. Bei mir bleibt die platzsparende Bewässerung jetzt sowieso fest dran.
Wassertropfen auf dem Bananenblatt
Der Tropfen zeigt, dass die Banane ausreichend Wasser bekommt
Auch wenn die Erde im Blumentopf teils sehr trocken wirkt, so bekommt die Banane doch ausreichend Wasser. Dies ist sehr gut zu sehen, denn morgens zeigen sich auf den Bananenblättern oder an deren Rändern Wassertropfen in unterschiedlichen Größen. Da es im Büro nicht regnet, handelt es sich um Wasser, das den Weg durch die Bananenpflanze gegangen ist und sich danach an der Blattoberfläche sammelt. Die letztjährige Dürreperiode hat meine Pflegebanane inzwischen gut weggesteckt. Sie ist dank des regelmäßigen Gießens und ein wenig Dünger gut gewachsen. Die 1,5l Wasserflasche sollte für einen dreiwöchigen Urlaub ausreichen. Das hängt aber vom Wasserbedarf der Pflanze ab und sollte individuell ermittelt werden. 

Fazit

Der Bewässerungskegel ist eines der wenigen Gadgets, die ohne Strom und ohne Smartphoneunterstützung hervorragend funktionieren. Für Pflanzen mit viel Wasserbedarf oder größere Töpfe müssen ggf. zwei Bewässerungskegel verwendet werden. Meine Pflegebanane im Büro kann ich nun getrost im Urlaub alleine lassen, ohne befürchten zu müssen, dass sie vertrocknet oder von übereifrigen Kollegen ertränkt würde.


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